Willkommen in der Gemeinde Sengwarden

Die Sengwarder Mühle


Die Mühle ist von Mai bis Oktober jeden Mittwoch von 13:00 bis 17:00 UHr geöffnet.
Es gibt Kaffee oder Tee und Waffeln mit heißen Kirschen und Sahne
Besichtigungen sind dann möglich.

Jeden 1. Samstag im Monat treffen sich vormittags die freiwilligen Müller. Auch dann ist eine Besichtigung möglich.

Die Sengwarder Mühle
Die Sengwarder Mühle


Probelauf verlief erfolgreich

Sengwarder Mühle: Heimatfreunde wünschen frische Brise bei Einweihung

(GR) Sengwarden. Es war schon ein erhebendes Gefühl für die Besitzer der Mühle, Ewald Hinrichs, seinem Schwager Bernhard Tiemann und einiger Heimatfreunde, als in den Nachmittagsstunden des 18. Mai gegen 16 Uhr die niederländischen Handwerker zum Abschluss ihrer Montagearbeiten die Kappe der Mühle in den Wind drehten und danach vorsichtig die Bremsen lösten.

Da man noch keine Besegelung besitzt, hatte man die Windbretter im Vorheck der Flügel eingesetzt, von Hand den ersten Anstoß zum Drehen bewerkstelligt und anschließend der steifen Brise den weiteren Antrieb überlassen. Erst ganz langsam, dann jedoch immer schneller drehten sich die Flügel.

Es war geschafft. Nach über 50 Jahren wurden sie wieder mit Windkraft bewegt, denn nach Verlust eines Flügelpaares im Kriege konnte ab 1944 nur noch mit einem Elektromotor gemahlen werden.

Nach einem viertelstündigen Probelauf, der zur vollsten Zufriedenheit ausfiel, wurden die Bremsen angezogen und die Flügel in Ruhestellung gebracht, der Steert aus Sicherheitsgründen noch zusätzlich auf der Galerie verkeilt. Mit beweglichen Kabeln und Klammerzangen wurde der senkrecht stehende metallene Flügel mit dem um das gemauerte Achtkant neu verlegten Blitzableiters verbunden, ebenfalls eine Sicherheitsmaßnahme. Mit ruhigen Gewissen konnten nun die niederländischen Monteure in ihre Heimat fahren.

Bis zum Gelingen diese ersten Probelaufes hatte es nach dem Einsetzen der wuchtigen Flügelruten von 22 Metern Länge und je 2 Tonnen Gewicht mittels Schwerlastkran am 20. März noch viel Arbeit und Mühe gekostet, die Mühle in ihren betriebsfertigen Zustand zu versetzen. Als Abschluss der Arbeiten wurde in luftiger Höhe an der Vorderseite der Kappe, zwischen der Jahreszahl 1863, das aus Eichholz geschnitzte Wappen mit dem Kniphauser Löwen angebracht, als Hinweis auf die Verbindung von Sengwarden mit der damaligen Herrlichkeit.

Nach dem erfolgreichen Probelauf der Mühle hoffen die Mitglieder des Heimatvereins, dass bei der großen Einweihungsfeier am kommenden Sonnabend ab 13 Uhr eine gute Brise wehen wird, damit alle den Lauf der Flügel miterleben können. Der Heimatverein kann stolz auf die vollbrachte Leistung sein und dankt allen Spendern für die tatkräftige Unterstützung. Man ist zuversichtlich, dass die Restfinanzierung gelingt und dann auch neue Segel beschafft werden können, die nach ersten Schätzungen 8000 DM kosten werden.

Mit der Wiederherstellung dieses technischen Denkmals besitzt Sengwarden neben der auf hoher Wurt liegenden St. Georgs-Kirche nun ein zweites Wahrzeichen, was eine unverwechselbare Silhouette des Dorfes in der Stadt ausmacht. Alle Bürger aus Stadt und Land sind eingeladen, am großen Mühlenfest teilzunehmen, wozu man ein buntes Programm bietet.

Quelle: Bericht aus der Wilhelmshavener Zeitung vom 24. Mai 1995